Die Geschichte
 

   

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Herzlich Willkommen bei der Familie Gossing!                                      Letzter Stand: 1.6.2013

 

                                                                                                                                            

Bienvenue dans la famille Gossing!                                                         Mise à jour: 1.6.2013

 



Welcome to the Gossing family!                                                               As of 1sJune
2013

  

 

   

Mit dieser Homepage der Gossing-family soll versucht werden die Informationen, die im Rahmen von Nachforschungen von vielen Personen erbracht wurden, zu veröffentlichen. Dabei ist es das vorrangige Ziel

 

  • die noch bestehenden Lücken und Verknüpfungen der einzelen Gossing-Familienzweige zu schließen bzw. herzustellen.

  • die Frage zu klären versuchen woher ursprünglich die Familie Gossin/Gossing tatsächlich kam.

 

Es soll allen anderen mit dem Familiennamen Informationen zur Verfügung gestellt werden, um ihre Familiengeschichte ggf. vervollständigen zu können. Dies vor allem auch vor dem Hintergrund, das viele Angehörige der Familien aus dem Osten Deutschlands, die auf Grund von Krieg und Vertreibung ihre Familienurkunden nicht mehr besitzen oder dass es aus anderen Gründe zu deren Verlust geführt haben. Weiterhin sollen Information über die Zeit zu Beginn des 18. Jahrhunderd  über das Aus- und Einwanderungsland gegeben werden.

 

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                             Historischer Hintergrund 

 

 

Preußen zu Beginn des 18. Jahrhunderts 

 

 

 

Wenn wir heute von Ostpreußen sprechen, dann ist diese Bezeichnung zu Beginn des 18. Jahrhdt. noch nicht amtlich. Die Bezeichnung „Ostpreußen“ wurde erst 1773 nach der Gewinnung Westpreußens (1772) durch Brandenburg-Preußen amtlich zur Kennzeichnung der östlichen preußischen Landschaft. Davor hieß es einfach „Preußen“.

Doch bevor wir uns dem Ostpreußen zu Beginn des 18. Jahrhdt. zuwenden einen kurze Darstellung der Zeit davor.

  Der Weg nach Königsberg  

• Man schätzt, dass im ostpreußischen Gebiet bereits 2.000 v. Chr. die ersten Menschen siedelten. Ostpreußen lag zwischen Polen und Litauen. Der nördliche Teil des einstigen Ostpreußens bildet heute das russische Kaliningrader Gebiet.          

• Die ursprüngliche Bevölkerung in Ostpreußen waren die Pruzzen. Die ersten Reiseberichte aus Ostpreußen stammen aus dem 11. Jahrhundert. Bereits im 10. Jahrhundert war diese Gegend sehr begehrt, sowohl von den Deutschen als auch von den Polen und es kam immer wieder zu Kämpfen. Für die Polen waren die Gebiete von Ostpreußen deshalb von Bedeutung, weil sie dadurch einen offenen Zugang zur Küste erhofften. Nachdem mehrere Versuche, das Land zu erobern scheiterten, verbündete sich Konrad von Masowien mit dem Deutschen Ritterorden. Der Ritterorden bekam für seine militärische Unterstützung Landrechte in Ostpreußen. 1226 bestätigte Friedrich II. mit der Goldenen Bulle von Rimini diesen Besitz, später wurde er auch von Papst Gregor IX. höchstpersönlich bestätigt.

• Die Geschichte von Ostpreußen war nun durch die Christianisierung der Bevölkerung geprägt. Die vier Bistümer, in die Ostpreußen aufgeteilt wurde, unterstanden dem Erzbischof in Riga. Aber auch die Schweden hatten Einfluss auf die Geschichte in Ostpreußen, so hatten sie lange Jahre die Herrschaft inne. Im Jahre 1544 wurde die Universität Albertina in Königsberg gegründet. Sie wurde nach ihrem Initiator Herzog Albrecht aus Schweden benannt.

• Als letzter Hochmeister in Preußen säkularisierte Albrecht von Brandenburg-Ansbach 1525 schließlich den restlichen Ordensstaat mit seiner Hauptstadt Königsberg, trat zum evangelischen Glauben über und nahm Ostpreußen vom polnischen König Sigismund, seinem Onkel, als erbliches Herzogtum zu Lehen. 1568 erbte Albrecht Friedrich den Posten seines Vaters Albrecht. Dieser Sohn litt allerdings an einer Geisteskrankheit und so ging die Herrschaft über Ostpreußen an die Hohenzollern, die bis 1596 andauerte. Durch die Vereinigung mit Brandenburg entstand das Königreich Preußen. Erst 1657 beendete der Große Kurfürst im Vertrag von Wehlau das Abhängigkeitsverhältnis zu Polen. Er beendete die Herrschaft der Schweden mit dem Sieg bei Fehrbellin 1675 und der Eroberung von Schwedisch-Pommern und bot den Hugenotten mit dem Edikt von Potsdam 1685 eine neue Heimat an. Auch Schweizer hat der Große Kurfürst bereits kurz nach dem 30jährigen Krieg als Kolonisten ins Land geholt, die Bauern erfolgreich im Golmer Bruch bei Potsdam angesiedelt, so dass es ihm sein Sohn Friedrich III. nachtat, der sogar Schweizer als Gardisten zur Armee anwarb.    

1701 krönte sich der Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg-Hohenzollern in Königsberg selbst zum König Friedrich I. in Preußen

 

Multi-Kulti Migration im preußischen Urland!

 

Seit 1650 muss Ostpreußen unter entsetzlichen Heimsuchungen leiden. 1656 entführen die Tataren 34.000 Menschen in die Sklaverei, weitere 80.000 sterben an Seuchen. 1709 werden 235.806 Menschen, mehr als ein Drittel der Bevölkerung, Opfer der Pest. Land, Wirtschaft und Leute sind verelendet. 1711 veröffentlicht Friedrich  I.  ein "Einwanderungspatent", das zahlreiche Zuwanderer aus der Pfalz, vom Rhein und vom Main, Holländer, Schweizer, Böhmen und Franzosen ins Land zieht. Die spektakulärste Aktion aber findet 1732 statt. Im Salzburgischen lebendeProtestantensind durch den militanten katholischen Erzbischof Firmian von Salzburg den ärgsten Repressalien ausgesetzt.  Das protestantische Europa ist empört, Friedrich Wilhelm I. (der "Soldatenkönig") handelt. Am 2. Februar 1732 erlässt er ein Einwanderungspatent, schickt Kommissare los, die Transport und Reise der Salzburger betreuen. So ziehen lange Flüchtlingstrecks unter dem Schutz preußischer Kommissare auf deutschen Straßen nach Berlin, wo sie im April bereits ankommen. Dann geht es weiter nach Stettin zur Einschiffung nach Königsberg.

 

 "Die Manufacturisten nach der Neumark, die Ackerleute nach Preußen", ordnet der König an.

Der Zug der Salzburger ist historisch detailliert gut beschrieben, weil er durch das preußische Verwaltungwesen ziemlich exakt kontrolliert und schriftlich durch Bericht, Meldungen und Kostenaufstellungen nachvollziehbar ist.

Die logistisch bis ins Detail geplante Aktion kostet etwa fünf Millionen Groschen. Doch das Geld, meint der König, ist gut angelegt. Denn schließlich werden die Siedler “Plus” für den Staat machen. Und außerdem schlägt der König mit politischem Druck auch noch 4 Millionen Gulden Entschädigung beim Salzburger Erzbischof heraus.

1763 umfaßte die Fläche Ostpreußens etwas weniger als 40.000 km2, etwa so große wie die Schweiz heute.

Gegliedert war das Land in die Regionen Natangen, Oberland, Samland und Litauen, die auch die Verwaltungsprovinzen waren. Da die Pest besonders im nordöstlichen Teil Ostpreußens in Preußisch-Litauen gewütet hatte, wurde die Wiederbevölkerung nach der Pest gegen 1710/1711 besonders dort angesetzt. Preußisch-Litauen gliederte sich in 18 Verwaltungsämter, wobei die vier Ämter, Tilsit, Ragnit, Memel und Insterburg die meiste Fläche besaßen. Unter ihnen ist wiederum Insterburg von besonderem Interesse, als von am stärksten von der Pest betroffenes Gebiet zum Kerngebiet der Repeuplierung und damit der schweizerischen Einwanderung wurde.

Bei den Schweizern oder anderen Kolonisten, die wie bereits erwähnt, früher nach Preußen kamen, waren die Rahmenbedingungen nicht so wie sie bei den Salzburgern später waren. Der erste nachweisliche Zug von französischen Schweizern aus dem Jura fand 1710 statt, dem

später mehrere andere folgten.

 

 

 

Zeittafel:

 

 

  • 1701-1713 Friedrich I (König in Preußen)
  • 1708-1711 Grosse Pest in Preußen. Ein Drittel der Bevölkerung Ostpreußens fällt der Pest zum Opfer.
  • 1713-1740 Friedrich Wilhelm I ("der Soldatenkönig")
    Er festigt das Staatswesen. Er lässt Ostpreußen von Kommissionen bereisen, die das Land erfassen, den Boden bewerten und die steuerliche Ertragskraft feststellen. Von 1716-1719 werden die "Hufenschoßprotokolle" erstellt, die den Hufenschoß (vergleichbar mit der heutigen Grundsteuer) festlegen.
  • 1714-1740 Repeuplierung (Wiederbevölkerung) Ostpreußens nach der großen Pest.  
  • 1721 Die "Kriegs- und Domänenkammer", die spätere Regierung Ostpreußens wird gegründet.
  • 1732-1733 30000 Salzburger Emigranten (Protestanten) werden in Ostpreußen angesiedelt, hauptsächlich in Preußen-Litauen.
  • 1736 Verwaltungreform: Ostpreußen wird geteilt in die "Deutsche oder Königsberger Kammer" und die "Litauische oder Gumbinner Kammer".
  • 1740-1786 Friedrich II ("der Grosse")
  • 1741/42 Friedrich nutzt die schwierige politische Situation Österreichs unter Kaiserin Maria Theresia (Erbfolgekrieg) um Schlesien zu besetzen.
  • 1745 Zweiter Schlesischer Krieg. Nach mehreren siegreichen Schlachten gegen Österreich (u.a. bei Kesselsdorf ) Friedensvertrag von Dresden: Österreich bestätigt den Besitz Schlesiens gegen Anerkennung von Maria Theresias Gemahl Franz Stephan von Lothringen-Toskana als Kaiser.
  • 1756-1763 Im 7-jährigen Krieg behauptet Preußen den Besitz Schlesiens (1763 Frieden von Hubertusburg.)
  • 1757-1762 Während des 7-jährigen Krieges besetzen russische Truppen (unter der Zarin Elisabeth) Ostpreußen, und 1760 vorübergehend auch Berlin. Nach dem Tod der Zarin Elisabeth 1760 (Nachfolger Peter III und Katharina II) wendet sich die bedrohliche Situation für Friedrich II. ("Mirakel des Hauses Brandenburg").
  • 1772 Erste Teilung Polens. Vertrag zwischen Brandenburg-Preußen, Russland und Österreich. Preußen erhält das Ermland und den Netzedistrikt. Friedrich II trägt nun den Titel "König von Preußen". (siehe Karte auf "Dokumente/Besonderheiten -1. Teilung Polens nach 1772")
  • 1773 Friedrich II bestimmt, dass die alten preußischen Besitzungen (das ehemalige Herzogtum Preußen) "Ostpreußen" und das neuerworbene Gebiet "Westpreußen" genannt werden. 
  • 1786, 17. August  Tod Friedrich des Grossen  
  • 1786-1797 Friedrich Wilhelm II
  • 1793 Zweite Teilung Polens durch Preußen und Russland. Preußen erhält Danzig und Thorn sowie die Distrikte Gnesen, Kalisch und Posen. Bildung der Provinz Südpreußen. (siehe Karte auf "Dokumente/Besonderheiten -2. Teilung Polens nach 1793")
  • 1794 Das allgemeine Preußische Landrecht fixiert die Familiennamen und weist die Kirchen an, Zweitschriften der Geburts-, Trau- und Totenregister jährlich bei den Gerichten zu hinterlegen, wovon heute nur ein Bruchteil überlebt haben.
  • 1795 Dritte Teilung und völlige Auflösung Polens durch Russland und Österreich, Preußen tritt bei und erhält Teile Litauens und Masowiens mit Warschau (Neu-Ostpreußen) und der Wojewodschaft Krakau (Neu-Schlesien). (siehe Karte auf "Dokumente/Besonderheiten -3. Teilung Polens nach 1795")
  • 1797-1840 Friedrich Wilhelm III